Bei akuten Kreuzschmerzen viel bewegen
Bettruhe überholt
Berlin, 10. Feb. 2012 – Etwa 85 Prozent der Bundesbürger hatten schon einmalKreuzschmerzen. Neben Medikamenten hilft körperliche Aktivität. „Wer
Rückenschmerzen hat, sollte körperlich aktiv werden. Die Aktivierung kann verhindern,
dass die Schmerzen chronisch werden“, sagte Prof. Dr. med. Annette Becker von der
Universität Marburg bei der Pharmacon, einer internationalen Fortbildungswoche der
Bundesapothekerkammer. „Die frühere Empfehlung der Bettruhe ist heute für akute
Kreuzschmerzen überholt; ich rate auch von Massagen ab.“
Gegen akute, unspezifische Kreuzschmerzen werden unter anderem Schmerzmittel
eingesetzt. Die Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerzen begrenzt die
Tageshöchstmenge auf 3 Gramm Paracetamol, 2,4 Gramm Ibuprofen, 150 Milligramm
Diclofenac oder 1,25 Gramm Naproxen. Arzneimittel mit diesen Wirkstoffen sind je nach
erhaltener Dosis rezeptfrei oder verschreibungspflichtig. Der Behandlungserfolg sollte
regelmäßig vom Arzt überprüft und die Behandlung entsprechend angepasst werden.
Die parenterale Verabreichung von Schmerzmitteln, von Patienten auch
„Schmerzspritzen“ genannt, wird heute nicht mehr empfohlen. In den meisten Fällen
klingen unspezifische Kreuzschmerzen innerhalb weniger Wochen wieder ab –
unabhängig von der Behandlung. Als akut gelten Kreuzschmerzen, wenn sie erstmals
oder nach einem halben Jahr ohne Beschwerden auftreten und nicht länger als maximal
drei Monate anhalten.
Becker informierte die Apotheker auch über Warnhinweise, bei denen Patienten mit
Kreuzschmerzen frühzeitig einen Arzt aufsuchen sollten. Dazu gehören unter anderem
Stürze und eine langfristige Einnahme von Glucocorticoiden, vereinfacht auch „Kortison“
genannt. Beides kann zu Brüchen in den Wirbelkörpern führen. Treten gleichzeitig zu
den Kreuzschmerzen Fieber, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und
Ermüdungserscheinungen auf, sollte ein Arzt die Ursachen der Kreuzschmerzen
untersuchen. Das gilt auch, wenn die Schmerzen in der Rückenlage oder nachts
besonders ausgeprägt sind oder wenn neurologische Symptome auftreten, etwa dass
Berührungen der Haut nicht mehr wahrgenommen werden.
Diese Pressemitteilung und weitere Informationen stehen unter www.abda.de
Kontakt:
Dr. Ursula Sellerberg
Stellv. Pressesprecherin
Tel.: 030 – 40004 134
E-Mail: u.sellerberg@abda.aponet.de << zurück zur Übersicht